Wie wichtig und wertvoll die Arbeit von Orten wie HospizKind Berlin ist, wurde mir erst so richtig bewusst, als das Team mit einer Anfrage auf mich zukam. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch sehr wenig über die Hospizbewegung im Allgemeinen und über die Begleitung von Kindern und Jugendlichen im Speziellen.
Hier finden schwer erkrankte Kinder und Jugendliche einen geschützten Raum, in dem nicht nur ihre medizinische Betreuung gesichert ist, sondern ganz individuell auf ihre Bedürfnisse und Wünsche eingegangen wird. Ebenso wichtig ist die Entlastung der Eltern und der bewusste Blick auf die Geschwisterkinder. Der Wunsch von HospizKind Berlin war es, abseits klassischer Werbebroschüren ein Medium zu schaffen, das den Alltag und die Angebote auf illustrative Weise nahbar macht.
Um mich dem Thema zu nähern, habe ich viel gelesen und Dokumentationen über den Alltag auf Kinderhospizstationen gesehen. Meine anfängliche Vorstellung war geprägt von der Annahme, dass dort vor allem die Krankheit im Vordergrund steht. Doch ich durfte lernen, dass diese Orte eine tief berührende Ambivalenz in sich tragen: Sie sind gleichzeitig Räume der Kraft, der Geborgenheit und der Freude.
Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung ist ein ewiger Kalender. Er erinnert nicht nur an wichtige Momente, sondern macht auch auf die wertvolle Arbeit der Kinder- und Jugendhospize aufmerksam. Das Ziel: Ein sensibles Thema wie Tod und lebensverkürzende Krankheiten zu entstigmatisieren und die Hospizarbeit als das zu zeigen, was sie auch ist – ein Ort voller Lebenskraft.
Im ersten Schritt der Konzeption ordneten wir den Monaten wichtige Jahrestermine und passende Leitprinzipien zu. Kernthemen wie Begleitung, Elternkompetenz, Versorgungsangebote und auch die Öffentlichkeitsarbeit sollten eine Rolle spielen. Beim Skizzieren der einzelnen Seiten war es uns allen besonders wichtig, dass die Bilder nahbar und einfühlsam wirken, um auch schwere Themen wie Trauer und Einschränkungen behutsam aufzugreifen. Deshalb entschied ich mich für Wachsstifte, die den Illustrationen eine warme, malerische Atmosphäre verleihen.
Entstanden sind Bilder, die die echten, wertvollen Momente einfangen: die Ruhe mit der Familie durch die Entlastung des Pflegepersonals, das heimliche Runterrollen mit dem Rolli auf der Rampe in einem unbeachteten Moment oder die magischen Möglichkeiten, die Ehrenamtliche im wahrsten Sinne des Wortes hervorzaubern.